Winter 2019

in Niederbayern. Eine Wonne, wenn man aus dem Fenster sieht. Noch schöner wäre es natürlich, draußen spazieren gehen zu können. Aber man muss Gott für alles danken, heißt es so schön.

Ich huste inzwischen etwas weniger, das ist mir viel wert. Bin aber so unendlich schlapp und schlucke noch immer ein Antibiotikum. 🙁

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Gestern las ich in meinen Gedichtebüchern und fand dieses Mundartgedicht, das ich 2006 geschrieben habe, es war damals ein grässlich kalter Winter mit viel Eis.

D‘ Kältn

Greislich kalt is, ned amal d Katz mog mehr vors Haus,

aber i miassat, sollat scho  amal naus.

Minus 12 Grod, koa Wunder dass  de Katz herinna bleibt,

aber i fass ma a Herz, i packs und zwar no heit.

Eigmummelt wia a Eskimo, 

kimm i kaum no de Treppn no.

Eini ins Auto und Richtung Donau gfahrn.

Ja Pfüadi Gott, ghör i ebba zu de Narrn?

Aufm Parkplatz kannst ja Schlittschuha lafa,

wia soll i des aufm Gehweg ume schaffa?

Beherzt setz i oan Fuass dann naus –

und rutsch pfeilgrod aus.

Koan siehgst weit und breit.

Ja wo sans denn die Hund, mit earnane Leit?

Nix is gramt, nix is gstrat, 

eisig der Wind oan ums Gschicht ume waht.

Richtung Klösterl möchte i geh;

de Sonna scheint vom blaua Himmel so schee.

Alloa bi i auf weiter Flur,

soll ma Recht  sei, so hob i mei Ruah.

Endlich werd  da Weg besser, freier vom Eis,

neba mir in da Donau schwimma d Anterl ganz leis.

S Klösterl koa i jetzat a scho seng,

de Kälten beißt net weng.

D Schnee in da Wiesen knirscht unter meine Schuah –

mei Leitl is des schee an oam Wintertog an da Donau in da Fruah.

S Donauwasser is am Rand weit eine gfrorn;

sehng doa i immer no koan.

Nix mit Kanus heit am Strand,

hänga alle ordentlich am Klösterl an da Wand.

A Schwarm Anten flattert af, flieagt umme Richtung Wieser Kreiz;

so a sonniger eisiger Wintertog hat fei a sein Reiz!

Da gfrorne Schnee glitzert in da Wintersonna, blend –

war des jetzat a Hund, wos do vorn umanderrennt?

Traut se ebba doch no wer ausm Haus?

Genga no mehra in de Saukälten naus?

Meine Augn tropfa vom Wind, mei Nosn vo da Kälten,

trotzdem muass ma solchane Augenblicke genießen, san selten!

Im Eis eigfrorn find i a Mücken –

ja, ja meine Liebe, des Eis hot  scho seine Tücken! 

Af da Bank unterm Bam liegt a Kissen aus Schnee;

dick unterm Eis ruht jetzat da Klee.

Mei Kearnsl is von da Kälten inzwischen taub,

meine Fiaß lafa über eigfrorns Laub.

Da sibirsische Wind blost mir durch alle Glieder;

i drah um und laf Richtung Ausgangspunkt wieder.

Gfrei mi af d Ofabank und an hoassen Tee,

es war bitterkalt, aber schee.

© Helga Kopp Jan. 2006

Schneegestöber