Grau

Grau ist jetzt die Welt,

der Winter hat sich eingestellt.

Die letzten Blüten hat er zu Boden gezwungen,

der Frost ist in die Erde gedrungen.

Eisig kalt zeigt sich die Welt,

leise Schnee vom Himmel fällt.

Jetzt kommt die stade (stille) Zeit,

in der man sich auf Weihnachten g’freit. (freut)

© Helga Kopp Nov. 2018

Im schönen Altmühltal

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ich kenne einen Ort, 

von dort möchte ich niemals fort.

Wo einst Archaeopteryx gelebt,

zieht es mich immer wieder hin, wie ein Magnet.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auf dem Flügelsberg im schönen Altmühltal,

lebt ein Künstler, ein echtes Original.

Viele Werke hat er verewigt an seiner Gartenmauer,

schau vorbei, dann bist du schlauer.

Am Ende des Weges wirst du belohnt mit einem Blick,

ihn nie vergessen, diesen Moment des Glücks.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Fragst du dich, wer lebt denn hier,

nicht nur der Mensch, auch viel Getier.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Herr Biber haust im wunderschönen Altmühltal,

fällt Bäume, staut Bäche, hat keine andere Wahl.

Scharfe Zähne wollen beißen, 

die Rinde von dem Bäumen reißen.

Er träumt von einem Unterwasserhaus,

ein wenig schaut es aus dem Naß heraus.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nicht fern von ihm, 

da lebt Frau Hermelin,

ist flink und furchtbar schnell,

wunderschön, ihr weißes Fell.

Mauswiesel wird sie auch genannt,

der Fuchs mag sie gern pikant.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Im Gebüsch schlängelt sich die Kreuzotter,

lauert auf Eidechsen, mag keine Eidotter.

Sie gehört zu den Vipern und ist giftig,

merk dir das, es ist wichtig!

In der Altmühl kühlt sie ihren Bauch,

ja, schwimmen kann sie auch!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Am alten Bauernhaus unterm Schieferdach,

machen Mutter Schwalbes Kinder Krach.

Sie muss Insekten jagen von früh bis spät.

Der Falke und Sperber nach ihr späht.

Im Herbst ziehen sie gen Süden

du kannst sie beobachten auf ihren Flügen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Im hohlen Baume lebt Frau Ratte,

mit zehn Jungen und ihrem Herrn Gatte.

Lang und nackt ist der Schwanz,

gefressen wird so mancher Firlefanz.

Viele Tausende leben hier,

von diesem Nagetier.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Feuersalamander

wandert am Altmühlufer umeinander.

Auf dem Rücken hat er gelbe Flecken,

lässt sich Asseln und Käfer schmecken.

Über zwanzig Jahre wird er alt

und lebt auch gern in einem Wald.

Rotkehlchen auf dem Baum gibt Alarm,

verzaubert jeden mit seinem Charm.

Rotes Kehlchen, dicker Bauch, 

lebt in Kleinasien, Nordafrika und im Altmühltal auch.

Die Kelten verehrten es als Überbringer der Sonne,

Rotkehlchens Gesang ist eine Wonne.

Es raschelt im Unterholz auf Nahrungssuche,

Herr Igel, ein Einzelgänger, bei der Rotbuche.

Er findet eine Schnecke samt Haus,

und schmatzt sie geräuschvoll aus.

Ab November hält er Winterschlaf,

bleibt in seinem Quartier ganz brav.

Vom Schulerloch die Fledermaus,

fliegt in die Nacht hinaus.

Man sagt, sie sehen mit den Ohren,

ihre Hände sind zum Flug geboren.

In ihrer Höhle vor dem Sonnenschein,

schläft sie mit dem Kopf nach unten ein.

Frühmorgens kräht der Hahn auf dem Mist,

verkündet das Wetter ändert sich, oder bleibt wie’s ist.

Gackernd folgen ihm die Hennen,

wollen auch nicht länger pennen.

Legen fleißig ihre Eier.

Schleicht dort der Fuchs? Ohweia!

Auf dem Feld mümmelt der Hase,

dabei wackelt seine süsse Nase.

Hoppelt hakenschlagend über die Wiese,

fühlt sich frei, wie im Paradiese.

Nur Ostern muss er ran,

färbt bunte Eier dann.

Lieselotte, die Weise,

lebt im Staate der Ameise,

Futtersuche, Nestbau, Brut versorgen,

Königin füttern, Aas entsorgen.

Unermüdlich schuftet sie,

rasten, gönnt sie sich nie.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Schäfer zieht durchs Altmühltal,

mit seinem Hund, dem treuen Karl.

Schäfchen, das sich verirrt,

auf der Weide steht verwirrt,

bringt er zurück zu seinem Herrn,

und das macht er alles auch noch gern.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Storch, Meister Adebar,

ist mit seiner Adelheid im Sommer da.

Auf dem alten Schornstein haben sie ein Nest gebaut,

stolz er auf seine Kinder schaut.

Im Herbst fliegen sie dann wieder fort,

von diesem wunderschönen Ort.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auf Wiesen und Feldern krabbelt, kriecht es und summt.

Der Maikäfer durch die Lüfte brummt,

Marienkäferchen durch die Landschaft schweben,

Spinnen ihre Netze weben.

Kartoffelkäfer kriecht übers Feld,

das ist seine große Welt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Er ist immer fleißig, niemals faul,

schiebt sich durch die Erde mit Grabbeinen und Maul.

Sein Pelz ist samtig und fein,

das ganze Kerlchen walzenförmig und klein.

Gräbt Tunnel und baut Hügel,

der Maulwurf hat keine Flügel.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Frl. Ziege 

steht drüben auf der Wiese;

sie meckert,

weil der Bock mit ihrer Freundin schäkert.

Ihr unermüdliches Gemecker,

geht den andern auf den Wecker.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Einige Falken leben auf Schloss Rosenburg,

sie fliegen hinab nach Riedenburg.

Manchmal büxen sie auch aus,

so kam einer einst mit dem Zug nach Haus.

Auch andere Greifvögel gibt es noch dort,

an diesem schönen Ort.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Fuchs nennt sich Reineke,

lauert auf Beute hinter jeder Ecke.

Hat drei Junge in seinem Bau,

und eine anspruchsvolle Frau.

Sie alle wollen gut speisen,

der Vater muss sich jeden Tag aufs Neue beweisen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Im Mauseloch gefangen sitzt die Maus,

zittert und bibbert, traut sich nicht raus.

Kater Felix, der ist schlau,

wartet vor des Mäuschens Bau.

Doch Karl, der Hund, hat ihn entdeckt,

da läuft Felix ganz schnell weg.

Die Wildgänse fliegen am Kirchturm vorbei,

meist mit großem Geschrei,

lassen sich an Altmühl’s Ufer nieder,

putzen ausgiebig ihr Gefieder.

Freuen sich über die schöne Natur,

bis sie verspüren ihre innere Uhr.

Wer watet langbeinig durch den Weiher,

unser größter Vogel nach dem Storch, der Graureiher.

Er jagt nach  Fischen, Kröten, Molchen, Schlangen,

manch Vogelmutter muss um ihre Eier bangen.

Der Naturpark Altmühltal ist sein Revier,

er bleibt sogar im Winter hier.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Steini lebt nah der Burg Randeck,

nachts hat er Appetit auf Kabel, fahr das Auto weg.

Der Marder ist ein possierliches, flinkes Tier,

ist er erst einmal eingezogen, bleibt er hier.

Sein Revier verteidigt er verbissen,

manch’ Artgenosse will das immer wieder wissen.

Natürlich haben wir noch viel, viel mehr Getier,

ich kann sie nicht alle aufzählen hier.

Schädlinge und Nützlinge sind dabei.

Ich kenne sie selbst nicht alle, verzeih.

Im Altmühltal fühl ich mich wohl, da will ich bleiben.

Und so Gott will, noch oft darüber schreiben.

Oktober 2018 © Helga Kopp

Allerheiligen

Schwere liegt in der Luft;

ein süsslicher Weihrauchduft.

Weiße Nebel wallen,

Blätter der Bäume sind gefallen.

Der Ort feucht und kalt;

stehe am Grabe nahe dem Wald.

Meine Gedanken wandern zu den Toten,

auch zu manch‘ Anekdoten.

Nur die Erinnerung bleibt,

Herz sich wund daran reibt.

Zeit ist bemessen,

darf man nie vergessen.

1.November 2018 © Helga Kopp

vorbei

Gestern war ich früh morgens auf dem Friedhof. Das Gras war nass von der Nacht, die Luft um diese  Zeit sehr feucht und kalt. Brrrrrr

Ich habe mir heute, als ich morgens aus dem Haus ging, Stiefel angezogen. Jetzt wird es langsam wieder ungemütlich.

So entstanden dann nachstehende Zeilen.

Vorbei

Sonnenlicht, gleißend weiß;

lange Tage voller Schweiß! 

Flirrend glühende Lüfte,

verführerische Sommerdüfte.

Minirock und Sonnenhut,

ein kühles Lüftchen, ach wie gut!

Eis am Stiel und Sonnencreme,

im Biergarten ist’s angenehm.

Ein erfrischendes Bad genießen,

liegen auf bunten Blumenwiesen;

Bienen sammeln fleißig Nektar ein,

oh wie ist das Leben fein!

Regen gibt’s nur hin und wieder,

in diesem Sommer ist die Sonne Sieger.

Doch dann kommt die Wende,

leerer und leerer werden die Strände.

Kürzer wird der Tag, die Nächte länger.

Eine Jacke braucht jetzt, der Spaziergänger.

Stehe morgens am Fenster, schaue hinaus.

Ahne nur noch des Nachbar’s Haus.

Frische, feuchte Luft schlägt mir entgegen,

muss bunte Blätter vom Bürgersteig fegen.

Vorbei die schöne warme Zeit;

wie tut’s mir in der Seele leid.

Schmetterlinge sind verschwunden,

Drachen an langer Schnur gebunden

schwebt über Felder und Wiesen;

die ersten Menschen niesen.

Herbst drängt mit aller Macht ins Land,

in manch Kachelofen hat es schon gebrannt!

Vorbei ist des Sommers Hitze;

die Kälte zieht jetzt wieder durch jede Ritze.

© Helga Kopp – Oktober 2018

Herbst

 

Feuerrot kleidet sich der wilde Wein;

Äpfel hängen schwer am Baume.

Seltner wird der Sonnenschein,

runzelig so manche Pflaume.

 

 

Spinnennetze nass und schwer;

Efeublütenfeuerwerk.

Gemüsebeete nackt und leer,

ins Haus geholt der Gartenzwerg.

 

 

Morgennebel schaurig wallen,

gelbes Blatt das nichts am Baum mehr hält!

Nüsse und Kastanien fallen;

dunkler, kälter wird die Welt.

 

Bunte Blätter durch die Lüfte schweben.

Drachen steigen übers Feld. 

Sommer kapituliert, längst aufgegeben!

Die Erde hat sich Herbst bestellt.

 

© Helga Kopp, Oktober 2018

Wehmut

Ein wundervoller Sommer geht zu Ende,

bald ruhen des Gärtners Hände.

Der Regen war rar, man musste viel gießen,

dafür durften wir einen unvergesslich heißen Sommer genießen.

Obst schenkten Bäume und Sträucher in rauen Mengen,

dafür brauchten wir uns nicht anzustrengen.

Die Speisekammer ist für den Winter gefüllt.

Unsere Landschaft sich in erste Nebel hüllt.

Die Ernte war reichlich, wir feiern ein Fest.

Die Zeit wird stiller, für des Jahres Rest.

Bunte Blätter erfreuen mein wehmütiges Herz,

ach wäre es doch schon wieder März.

© Helga Kopp Sept. 2018

Der Kaktus

Im schönen Frankenlande, 

da steht ein Kaktus fein,

mit wunderbaren Blüten, und gar

nicht mal so klein.

Der Stachelgeselle hat unverschämtes Glück,

denn sein Herr Besitzer hat großes Geschick.

Sein geschultes Auge u. seine Kamera,

erfassen sofort diese Schönheit und bringen sie uns allen dar.

Herzlichen Dank für diesen Augenschmaus,

und sticht dich mal der Kaktus, bitte schmeiß ihn nicht gleich raus.

 © Helga Kopp

 

Beim Stöbern auf dem PC wieder entdeckt. Schrieb ich einst einem Flickr Freund unter sein wunderschönes Kakteenfoto.

Das böse Wort

 

Jedes Jahr um diese Zeit,

ist es wiedermal so weit.

Mein Mann sagt dieses böse Wort zu mir,

und ich werd gleich zum wilden Tier.

Möcht’ es nicht hören, schon gar nicht machen,

nein, da vergeht mir sofort das Lachen.

„Du weißt, es muss sein, es tut mir leid,

hast du alles zusammen, gib mir Bescheid!“

Missmutig mach ich mich daran,

weil ich es an niemanden delegieren kann.

Ich brauch Tage, manchmal Wochen;

sie steckt mir schwer in den Knochen.

Wenn ich endlich fertig bin,

trägt er sie zum Finanzamt hin.

„Halleluja aus dem Haus ist die Steuer,

ich habe meine Ruh’ für heuer!“

© Helga Kopp Mai 2018