vierbeinige Freundschaft

Neulich ging ich an einer Baustelle vorbei. Seit Monaten wird dort ein Doppelhaus gebaut. Rings um den Rohbau nur Dreck, eine Pfütze neben der anderen.

Ich schaue vom Bürgersteig aus runter aufs Grundstück, bin neugierig wie weit der Bau voran gegangen ist. Da sehe ich eine schwarz-weiße Hauskatze an der Baggerschaufel stehen, sie schnüffelt und reibt sich an ihr. Man muss schließlich seine Duftmarken verteilen, das kennt man doch. Ab und an schaut sie sich um, als ich mich ebenfalls umsehe, entdecke ich eine rothaarige Perserkatze. 

Hilflos miaut sie Richtung Hauskatze. Die langhaarige sucht verzweifelt einen Weg, wie auch sie zum Bagger kommt. Kann sich nicht entscheiden, durch den dicken durchgeweichten Lehm zu laufen oder durch die tiefen Pfützen. Die Katze macht einmal einige Schritte in die eine, dann in die andere Richtung und geht schließlich beherzt extrem langsam durch die „kniehohe“ (für Katzenverhältnisse) Pfütze, geradewegs zu ihrer Freundin, beide begrüßen sich herzlich.

Ich hätte nicht gedacht, dass sie sich für den „Wasserweg“ entscheidet. Die beiden mussten das gleiche zu Hause haben, denn sonst wären sie nicht so liebevoll miteinander umgegangen.

Eine Weile beobachte ich die Katzen noch, wie sie die Köpfchen aneinander rieben und dann den Bagger zu zweit ausspionieren. Bevor ich weiter ging, dachte ich mir. Euer Frauchen wird entzückt sein, wenn ihr beiden mit euren Dreckpfötchen wieder vor der Türe steht. :-))

ich sag’s doch

mein Bärli sitzt seit Jahren bei der Nachbarin auf’m Gartenstuhl und exstra Polster für Kater. Wenn es sehr, sehr kalt ist, kommt er zu uns heim und wärmt sich auf, fasst Futter und schon will er wieder raus. Ich sag immer, er ist unser Draussenkater. 😉 Es muss weit unter Null haben, dass er nachts heim geht. Im Alter sitzt er immer länger auf seinem Stuhl. Je älter die Katze, je mehr schläft sie. Kennt man ja. Geh ich rüber, macht er mal ein Auge auf, mehr nicht, keiner darf ihn anfassen, ausser ich, aber mitnehmen dürfte ich ihn auch nicht, sonst würde er abhauen. Wenn ich nach ihn sehe, hockt er auf dem Stuhl, ist für mich die Welt in Ordnung. Jeder Mensch ist anders, und jedes Tier auch. Er ist ganz anders, als meine Kira und meine Shiva waren, und wir respektieren das. Bärli ist ein eigenständiges Wesen, und wenn er es so möchte, ist das OK. Hat er Hunger, kommt er heim, wenn es ihm schlecht geht, „sagt“ er mir das, und abends will er eine halbe Stunde Streicheleinheiten haben, das fordert er ein. 🙂 Manchmal kommt er spät nachts heim, dann bleibt er bis morgens im Haus.

Heute will ich mich gerade hinlegen, läutet es. Mache auf, steht eine fremde Frau draussen. Sie fragt, wem die Katze beim Nachbarn gehört. Ich sage, „mir.“ Sie sieht mich ungläubig an, „die schwarze Katze sitzt aber drüben,“ meint sie. „Ja sage ich, die Grundstücke gehören zusammen.“

Neulich unterhielten sich mein Mann, und ich über unseren Bärli. Wir machten Witze, wir sollten doch einmal ein Schild vor dem Stuhl mit Bärli drauf aufstellen und schreiben, „armer Kater“ bittet um eine milde Gabe, dann würden uns die Leute vielleicht Katzenfutter übern Zaun werfen. 😉

Ja, nun steht die Frau vor meiner Haustüre, sie wundere sich, dass die Katze immer auf dem Stuhl liegt, und sie habe schon rumgefragt, ob jemand wüßte wer dort wohnt.

Heute habe sie geklingelt, aber keiner machte auf. Deswegen kam sie zu mir und läutete. Sie dachte, das Nachbarhaus stehe leer, und der Kater gehöre niemanden.

Sogar Trockenfutter hatte sie dabei. Die hätt mir glatt Futter zum Kater übern Zaun geschmissen ;-). Ich sagte heute zu meinem Sohn, „am Schluss klauen die mir den Kater vom Grundstück und geben ihn als Fundkatze in der Tierhilfe ab.“

Unser Bärli sieht weder schlecht aus, noch ist er dünn!

Von wegen die Leute passen nicht auf, gelle!!!!

Badetag

Nach dem Essen blickte mein Mann aus dem Fenster und sagte, „schau einmal so viele Vögel in unserem Garten.“

Ich stehe auf, schau durch die Terrassentüre, wundere mich ebenfalls über jede Menge, Meisen, Rotkehlchen, Dohlen, Amseln und Stare, sogar Spatzen sind dabei. Spatzen hatten wir über 25 Jahre nie bei uns im Garten. Ich mag diese kleinen „frechen“ Vögel. Da, wo wir früher wohnten, gab es sie in Scharen, dort sah man kaum andere Vögel. Seit wir hier wohnen, ist es genau umgekehrt, Elstern, Raben und Eichelhäher sahen wir hier zum ersten Mal in der Natur.

Die Meisen hüpften im Muschelbäumchen umher und badeten sich. Das Muschelbäumchen trug jede Menge Tropfen und die Vögel schmiegten sich ins Grün und schlugen mit den Flügeln, sie duschten ;-)!

Amseln und Stare sprangen auf das Eis im Weiher, pirschten sich bis an den Rand des Wassers heran und nahmen ein „Eisbad“. Es war ein Geflatter, wie ich es selber noch nie gesehen hatte im Garten, und eine schöne Vielfalt von Vogelarten, da ging einem richtig das Herz auf.

Das war wohl das Neujahrsanschwimmen der Vögel ;-). Tags drauf war alles ruhig, nur hier und da auf einem Ast ein Piepmatz.

der Ignorant

Kater sass wieder auf der Terrasse bei der Nachbarin auf dem Gartenstuhl. Er putzte sich. Ich gehe am Zaun entlang. „ ja wo sitzt denn unser Kater wieder,“ frage ich. Er putzt sich weiter. Ich stehe vor der Haustüre der Nachbarin und warte bis sie öffnet. „Bärli, schaust du heute Frauchen gar nicht an?“, frage ich. Er putzt sich weiterhin hingebungsvoll das Fell, weltversunken. Wenn Kater nicht will, dann will er nicht, und wenn Kater will dann haben alle sofort zu wollen. Oh, wie vermisse ich meine Shiva. Sie wäre die Tage zu meinem Füßen auf ihrem Fell im Nähzimmer gelegen, hätte laut vor sich hin geschnurrt und wenn ich sie angesprochen hätte, hätte sie mmh, oder grrr oder wi gesagt und sich gestreckt und gefreut. 

LOL – St. Bärli

Unser Bärli ist ein komischer Heiliger. Ein St. Bärli sozusagen. ;- ) Den ganzen Tag sieht man ihn nicht, und abends kommt und geht er dann, wenn es pressiert im Fünfminutentakt. Ist lästig.

Er liebt den Sommer, da steht die Terrassentüre meistens offen, und er kann kommen und gehen, wie es ihm gefällt. Nur wenn das Wetter wirklich grässlich ist, entschließt er sich über Nacht zu Hause zu bleiben.

Meistens liegt er bei der Nachbarin auf dem Gartenstuhl, nicht bei uns, nein, nebenan. Aber streicheln oder anreden darf sie ihn nicht. Er will seine Ruhe. 

Neulich war es eisig kalt, wir hatten Frost, und ich sagte zur Nachbarin. „Der blöde Kater rennt wieder draussen rum, oder hockt er bei dir drüben, statt dass er heim geht.“ Sie antwortete, „ er hockt bei mir, aber nicht auf dem Stuhl, da ist ihm zu kalt. Er sitzt jetzt auf dem Kellergitter vom Heizungsraum, da kommt wahrscheinlich etwas Wärme rauf.“

Als ich es meinem Mann erzählte sagte ich, „wir haben einen richtigen Penner,“ (bitte den Ausdruck jetzt nicht falsch verstehen, Leute die keine Heimat/Wohnung haben, das ist wirklich schlimm. Mein lustiger Beitrag, bezieht sich nur auf unseren Kater, der die Wahl hätte, draussen oder drinnen )“hast nicht einen alten Hut, den könnten wir vor ihm aufstellen und ein Schild, armer frierender Kater bittet um eine milde Gabe, drauf schreiben :-). Vielleicht werfen sie uns dann Futterdosen über den Zaun.“ LOLLLLLL

Ich stell mir das nun so vor, während ich die Zeilen tippe und muss für mich selber lauthals lachen. :-)))) 

also doch

immer wieder liegt eine tote Maus bei uns vor der Türe. Unser Bärli ist zahnlos. Mich wunderte, „mir wird doch keine fremde Katze Mäuse bringen.“ 

Als ich neulich beim Tierarzt war, sagte ich: „Bitte geben Sie mir noch eine Entwurmungstablette für meinen Kater mit, es liegen bei mir immer noch Mäuse vor der Haustüre, obwohl er keine Zähne mehr hat.“ 

„Oh ja, das hätte nichts zu sagen,“ wurde mir mitgeteilt, „das habe sie schon oft gehört, dass die Katzen trotzdem erfolgreich jagen.“

Da schau an, also doch. Und eben musste ich wieder eine Maus zu „Grabe“ tragen. 😉

endlich …

habe ich es geschafft. Musste wieder Medizin für unseren Bärli holen, der eine Autoimmunkrankheit hat und einmal wöchentlich eine Tablette hinunter würgen muss. Mir tut es immer sehr leid, wenn mein Mann ihn auf den Arm nimmt, alle Pfoten fest hält, und ich ihm das Mäulchen aufmache, und die Kapsel tief in seinen Hals stecke. Er ist aber niemals danach beleidigt, wie meine „Damen“ es immer waren.

Endlich dachte ich heute daran und habe alle Medizin, die unsere Shiva schlucken musste, und ich immer in größeren Mengen als Vorrat zu Hause hatte, mitgenommen. Ich wollte sie der Tierhilfe spenden. Auch einige Dosen Futter hatte ich noch. Das waren gut 60 Euro, das Zeug war nicht billig, da wollte ich es nicht einfach so entsorgen. Ich hoffe es erleichtert einer armen Katze etwas das Leben. 

Ja, es wurde gerne angenommen und von der Tierhilfe käme heute sowieso noch jemand vorbei, wurde mir gesagt.

dümmer geht’s nimmer

oder sollte ich schreiben, dümmer geht’s immer. 

Wir laufen zu dritt den Bürgersteig entlang, weil wir uns aussen am Zaun etwas anschauen wollen. Ich dreh mich um und sehe Bärli auf der Straße stehen, sah aus, als wolle er uns nach laufen. OK, ich höre ein Auto, rufe „Bärli schnell“. Doch was macht der depperte Kater. Hockt sich auf seinen Allerwärtesten genau in die Mitte der Fahrbahn. Das Auto/Autofahrer bemerkt unsere Aufregung und fährt schon langsamer, der Kater geht nicht von der Straße, erst als mein Mann auf ihn zugeht. Dann beschwert sich Bärli noch, maunzt und motzt rum. Er rennt auch nicht vorwärts über die Straße, nein er läuft wieder zurück, kein Autofahrer rechnet damit. Boah, ich glaub, wenn das so weiter geht, sind wir bald ein tierfreier Haushalt.

Also, denken wir alles noch einmal gut gegangen, kommt wieder ein Auto und Bärli rennt wie ein Selbstmörder zum zweiten Mal auf die Fahrbahn und hockt sich wieder hin. Ja geht’s noch?

Was geht nur in dem seiner „Birne“ vor? Werden wir wohl nie erfahren. Ich glaube der ist von bösen Mächten ferngesteuert. 🙂 Grrrrrr

nicht leicht

Ich habe mir heute meinen großen roten Salat vom Hochbeet geholt. Er ist wunderschön gewachsen und wir können daher zweimal davon essen.

Als ich ihn zerpflücke und ins Wasser gefüllte Spülbecken tauche, entdecke ich einige Ohrwürmer, wir sagen Ohrnhöhler, warum weiß ich nicht.

Natürlich sammle ich sie sofort ab und fische alle aus dem Wasser, die ich sehe.

Es sassen bestimmt um die 30 Tiere in meinem Salat, (so viele wie noch nie) es heißt immer, die Ohrwürmer würden Läuse fressen, ich untersuchte meinen Salat gründlich danach ab, setzte extra die Lesebrille auf, aber nichts zu finden. 😉

Derweilen sind mir mehrere der Ohrwürmer ertrunken, es kam jede Rettung zu spät. Sie haben nicht nur ihre Heimstatt verloren, sondern auch Tote zu beklagen, eine wahre Katastrophe. Es tut mir wirklich leid. Während ich meinen Salat verlese, denke ich mir, arme Kreaturen, haben es auch nicht leicht im Leben.

mein Aufpasser

ich machte einen kleinen Spaziergang, nur die Straße rauf und ein wenig ums Haus.

Da streicht mir plötzlich jemand um die Beine, mein Bärli hat mich entdeckt. Dem entgeht nichts. Wenn ich auf dem Bürgersteig stand und Shiva mich sah, dann jammerte sie fürchterlich, nach dem Motto, Frauchen das ist gefährlich, geh sofort in den Garten. Und hörte ich nicht, wurde sie ganz panisch.

Bärli, wenn einen draussen entdeckt, freut sich und geht mit. Wenn er auch ein Chaot ist, aber ein lieber. Manchmal rennt er vorne weg, dann trappelt er wieder hinten nach, oder muss mal da und dorthin einen Abstecher machen. Ich schoß so viele Bilder wie noch nie an einem Stück von ihm. 

Shiva liebte die Kamera und drehte sich und „Frauchen schau wie ich schau und vielleicht so oder so?“ Sie genoß diese Momente. Sie geht mir sehr ab. Und Bärli, „ach du Schreck, die Alte kommt mit Kamera. Nichts wie weg. ;-)“

Heute war es anders, er hatte nichts gegen die Kamera, und ich nutzte das reichlich aus. 😉


„Ja wer kommt denn da, mein Frauchen, das ist fein.“
„ich seh das Herrchen nicht, wart Frauchen, dann ich geh‘ mit!“
„einen Moment noch, ich habe was gehört, wird doch nicht eine Maus unterwegs sein!“
„Ein Auto, was sagt Frauchen immer, „nicht auf die Straße, also lieber in die Büsche.“
„jetzt kommen doch da zwei Damen, das mag ich nicht, schnell über die Straße unters Auto!“
„Alles gut Bärli, du kannst wieder raus kommen!“
„Bist du sicher, dass die nicht wieder zurück gehen?“
„Ja, Bärli, die gehen weg, komm wir nehmen eine andere Richtung!“
„Bärli, warte, ich muss noch ein bisserl fotografieren!“ (Holler)
Schlehen
„Frauchen wate, ich bin alt und nicht mehr so schnell!“
am Waldrand
„Immer schön den Berg rauf, nicht schwächeln, Bärli!“ 😉
„ich komme schon Frauchen“ (hier sieht er Shiva unglaublich ähnlich, er ist schlanker geworden)
„schau mal runter, wie schön wir wohnen, Bärli!“
„der Herbst ist nicht mehr aufzuhalten“
„Quo Vadis, Frauchen?“
Blick auf die Kelheimer Europabrücke
„Wart mal, Frauchen, ich hab auch etwas interessantes gesehen!“
„ich sagte du sollst waaaaarteeeen!!“
Pilz
„Bärli komm, wir müssen heim, die Kamera hat nicht mehr viel Speicher.“
„Frauchen, ich trau mich nicht vorbei, sieht du die Männer?“
„Die rauchen nur, alles gut, komm, komm, Bärliiii, komm!!!“
daheim
„Braver Bärli, Frauchen kommt gleich wieder, holt nur einen neuen Akku!“
„Bärli, komm, drehn wir noch ne Runde?“
„naa“
„komm“
„ahh“
„magst nicht mehr“
„naaa“
„Tschüß“

Seit Shiva nicht mehr bei uns ist, spricht Bärli mit mir mehr, und nur wer Katzen kennt, weiß, dass die einen sehr wohl verstehen und auch antworten.