Nikolaus

Lieber guter Nikolaus, komm in unser Haus,

leer deine  großen Taschen aus,

stell den Esel an den Mist,

dass er Heu und Hafer frisst.

Das war das erste Gedicht, das mein Sohn mit ungefähr drei Jahren für den Nikolaus gelernt hat. 

Alle anderen Gedichte, die er vom Kindergarten aus lernen musste, habe ich vergessen. 

Er sagte es so leise auf, dass man es kaum verstand. Was für eine süsse Erinnerung.

Allen einen schönen Nikolausabend!

schönen 1. Advent

So eine Dekoidee sah ich letztes Jahr nach Weihnachten, und ich habe sie mir gemerkt, ich finde sie hübsch.

Wir denken selten an das, was wir haben,

aber immer an das, was uns fehlt.

Arthur Schoppenhauer

Lasst uns diesen Spruch im „Oberstübchen“ behalten und einen Schritt auf Weihnachten zugehen! 😉

Kelheim

Meine Heimatstadt liegt im Altmühltal, ist Kelheim,

fast ein Leben lang bin ich da daheim.

Altmühltal

Schon in der Altsteinzeit lebten Menschen hier.

Alkimoennis hießen zu keltischen Zeiten wir.

Ptolemaeus erwähnte starke Wallanlagen,

keltische Hügelgräber bis in jüngste Zeit zu finden waren.

Später kamen die Römer und ihre Kastelle,

bauten riesige Wälle.

Brachten den Weinanbau und das Bier,

letzteres prägt uns noch heute hier!

Die Bajuwaren kamen um das 6. Jahrhundert.

Haben damals schon unsere schöne Gegend bewundert.

Im späten 9. Jahrhundert wird Kelheim urkundlich erwähnt.

Die Siedlung um Kelheim sich immer weiter ausdehnt.

Gimundi und Celeheim tun sich zusammen,

jetzt die Wittelsbacher die Herrschaft übernahmen.

Ermordet wurde Ludwig, der Kelheimer, 1231 in der Stadt,

sein Sohn zum Gedenken, die Ottokapelle errichtet hat.

Stadtrecht bekam Kelheim 1335,

ihre Bürger waren damals schon fleißig.

Die Stadt erhielt eine Mauer mit drei Toren,

eines der Kelheim Stadttore

die Donau war damals noch oft im Winter zugefroren.

Der Dreißigjährige Krieg, läßt die Stadt verarmen,

die österreichischen Truppen hatten mit ihr kein erbarmen.

1705 versuchten die Bürger, die Österreicher zu vertreiben,

sie hatten es satt, wollten nicht länger leiden.

Ihr Anführer war der Metzgermeister Matthias Kraus,

schon bald hauchte man ihm sein Lebenslicht aus.

Kelheim litt im Napoleonischen Krieg,

schließlich sich fast gänzlich aufrieb.

1813 bis 1815 wurden Schlachten gegen Napoleon gewonnen,

der Bau der Befreiungshalle wurde 1842 begonnen.

Nun steht sie oben, auf dem Michelsberg,

1863 beendete Leo von Klenze dieses Werk.

die Befreiungshalle

Der Rundbau aus Kelheimer Kalkstein, erinnert mich an eine Torte.

Weit Gereiste stehen täglich staunend an ihrer Pforte.

In der Erntezeit 1914 kam der Krieg,

das war für die Kelheimer ein wirtschaftlicher Hieb.

Schulkinder mussten auf die Felder,

immer knapper wurden die Gelder.

Kriegsanleihen vernichteten Existenzen,

Frauen und Kinder kamen an ihre Grenzen.

168 Kelheimer hatten ihr Leben gelassen,

große Not herrschte, kaum zu fassen.

Das Schicksal schlug ein zweites Mal zu,

die Menschen kamen nicht zur Ruh!

1945 war der 2. Weltkrieg endlich vorbei,

eine gute Zeit kam jetzt herbei.

Der Rhein-Main-Donau-Kanal wurde zwischen 1960/1992 gebaut, 

er hat uns die Altmühl in Kelheim „geklaut“!

Brücke über dem Rhein-Main-Donau-Kanal

Das Hochwasser in der Stadt ging dadurch zurück,

Für die Donaubewohner ein wahres Glück.

1963 war Kelheim mehr Land als Stadt,

es kaum Einkaufsmöglichkeiten gegeben hat.

Heute besuchen uns viele Touristen,

die Kreisstadt muss nicht länger ein Schattendasein fristen.

Was man braucht und noch mehr, gibt es alles vor Ort.

Eigentlich bräuchte der Kelheimer nie fort.

Die Natur ist wunderbar 

und Zuwanderer kommen Jahr um Jahr.

Ich wäre auch gerne in 100 Jahren wieder da,

um zu sehen, was bis dahin alles noch war.

Vielleicht ist Kelheim eine Großstadt dann,

könnte doch sein, irgendwann!

© 26. April 2019 Helga Kopp

Satz mit X

Vom Himmel brennt heiß der Planet,

es wird regnen, verspricht der Wetterprophet.

Wer kann, verschanzt sich in seiner „Höhle,“

auf der Erde leidet inzwischen jede Seele.

Nach Wasser lechzt der Garten;

die Straßenbäume brauchen Paten.

So eine Affenhitze!

Jeder jammert, ich schwizte, schwitze.

Beneidenswert das Fischlein im Teich,

die Landbewohner kocht die Sonne weich.

Pflanzen und Tiere leiden stumm;

jeder denkt, „wann ist endlich diese Hitze rum!“

Doch wenn man glaubt, jetzt geht es nimmer,

kommt es meist noch schlimmer!

Kein Lüftchen und 40 C im Schatten.

Bei der Arbeit sollst du nicht ermatten.

In der Nacht blitzt und grollt es fürchterlich;

alle beten, „lieber Wettergott besinne dich!“

Keine Wolke quält sich ein einzig Tröpfchen raus,

mit der Hitze ist’s noch lange nicht aus.

Die Natur leidet weiter,

während die Sonne scheint heiter,

sie denkt sich wohl – „Satz mit X

liebe Erdlinge, mit Regen war’s wohl nix!“

© Juli 2019 Helga Kopp

Engel auf Erden

Ein Menschlein inkarnierte sich auf Erden.

Gott rief ihm zu, „vergiß nicht, ein

Erdenengel sollst du werden!“

Drei Jahre später kam ihre Schwester zur Welt,

noch viele Geschwister haben sich dazugesellt.

Als Großfamilie war das Leben nicht leicht,

oft hat es hinten und vorne nicht gereicht.

Doch sie hielten zusammen wie Pech und Schwefel.

Das Leben katapultierte sie auf einen schwierigen Level.

Eines der Geschwister wurde schwer krank,

es gab von den Ärzten keinen Zaubertrank.

Ein Leben lang würde sie ein Pflegefall bleiben,

mit ihr die Mutter und eine Schwester schwer leiden.

Die Mutter stirbt, die beiden Schwestern halten zusammen,

die ältere gibt ihre Arbeit auf und zieht mir der jüngeren zusammen.

Sie pflegt ihre MS kranke Schwester, ist ihr Engel auf Erden.

Will bei ihr bleiben, bis eine von ihnen wird sterben.

Das Schicksal hat schwer zugeschlagen,

mancher Engel muss sich auf unserer Welt hart plagen.

Ich zieh meinen Hut!

Frage mich, hätte ich auch diesen Mut?

© Helga Kopp Mai 2019

Ja, das ist eine wahre Geschichte.

Af’n Friedhof

Bevor ich ins KH ging, war ich noch auf dem Friedhof. Ich wollte eine meiner früheren Mitschülerinnen besuchen, ohne Erfolg, es gab noch keine Inschrift.

Zuhause schrieb ich nachfolgendes Gedicht in Mundart.

Af’n Friedhof

herrscht g’schäftiges Treiben, 

putzt werd, pflanzelt und kehrt.

Des san uns unsere Verstorbenen wert.

I steh vorm Grob und sinnier,

hoffentlich holt mi d’ Doad net’s friah.

Mein letzten Plotz, den hob i scho,

hilft nix, i glaub a amol dro.

Irgendwann, do steh i af seiner Listen,

am End’ landt a jeda in d’ Kist’n.

Ung’wiß is nur wann und wia!

Aus kämma duast earm nia.

A Mausoleum leist’n se de Reichen.

Andre lass’n sich begraben unter Eichen.

Host ned vui Geld, mauern’s di ei in’d Wand.

I lassat mi ausstran, wenn mas kannt!

Allerweil hörst Leit wern recht oid,

do schau amal naf, bei uns, afn Friedhof beim Woid.

Sovui san ned amal 60 worn, oder war’n no jünger,

Leit wern immer kränker, net gsünder.

I derf wieder hoam, d’ Doadn bleim do,

hoffe es bleibt no so, vui Johr;

bis i selber sog, es is gnua,

jetzt leg i mi a zur Ruah!

© Helga Kopp März 2019


Winter 2019

in Niederbayern. Eine Wonne, wenn man aus dem Fenster sieht. Noch schöner wäre es natürlich, draußen spazieren gehen zu können. Aber man muss Gott für alles danken, heißt es so schön.

Ich huste inzwischen etwas weniger, das ist mir viel wert. Bin aber so unendlich schlapp und schlucke noch immer ein Antibiotikum. 🙁

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Gestern las ich in meinen Gedichtebüchern und fand dieses Mundartgedicht, das ich 2006 geschrieben habe, es war damals ein grässlich kalter Winter mit viel Eis.

D‘ Kältn

Greislich kalt is, ned amal d Katz mog mehr vors Haus,

aber i miassat, sollat scho  amal naus.

Minus 12 Grod, koa Wunder dass  de Katz herinna bleibt,

aber i fass ma a Herz, i packs und zwar no heit.

Eigmummelt wia a Eskimo, 

kimm i kaum no de Treppn no.

Eini ins Auto und Richtung Donau gfahrn.

Ja Pfüadi Gott, ghör i ebba zu de Narrn?

Aufm Parkplatz kannst ja Schlittschuha lafa,

wia soll i des aufm Gehweg ume schaffa?

Beherzt setz i oan Fuass dann naus –

und rutsch pfeilgrod aus.

Koan siehgst weit und breit.

Ja wo sans denn die Hund, mit earnane Leit?

Nix is gramt, nix is gstrat, 

eisig der Wind oan ums Gschicht ume waht.

Richtung Klösterl möchte i geh;

de Sonna scheint vom blaua Himmel so schee.

Alloa bi i auf weiter Flur,

soll ma Recht  sei, so hob i mei Ruah.

Endlich werd  da Weg besser, freier vom Eis,

neba mir in da Donau schwimma d Anterl ganz leis.

S Klösterl koa i jetzat a scho seng,

de Kälten beißt net weng.

D Schnee in da Wiesen knirscht unter meine Schuah –

mei Leitl is des schee an oam Wintertog an da Donau in da Fruah.

S Donauwasser is am Rand weit eine gfrorn;

sehng doa i immer no koan.

Nix mit Kanus heit am Strand,

hänga alle ordentlich am Klösterl an da Wand.

A Schwarm Anten flattert af, flieagt umme Richtung Wieser Kreiz;

so a sonniger eisiger Wintertog hat fei a sein Reiz!

Da gfrorne Schnee glitzert in da Wintersonna, blend –

war des jetzat a Hund, wos do vorn umanderrennt?

Traut se ebba doch no wer ausm Haus?

Genga no mehra in de Saukälten naus?

Meine Augn tropfa vom Wind, mei Nosn vo da Kälten,

trotzdem muass ma solchane Augenblicke genießen, san selten!

Im Eis eigfrorn find i a Mücken –

ja, ja meine Liebe, des Eis hot  scho seine Tücken! 

Af da Bank unterm Bam liegt a Kissen aus Schnee;

dick unterm Eis ruht jetzat da Klee.

Mei Kearnsl is von da Kälten inzwischen taub,

meine Fiaß lafa über eigfrorns Laub.

Da sibirsische Wind blost mir durch alle Glieder;

i drah um und laf Richtung Ausgangspunkt wieder.

Gfrei mi af d Ofabank und an hoassen Tee,

es war bitterkalt, aber schee.

© Helga Kopp Jan. 2006

Schneegestöber

was kommt als nächstes oder dann und wann

Dann und wann

Was Neues möcht’ ich dann und wann,

nun geht das große Gesuche an.

Alles war früher besser als heute,

das meine nicht nur ich, auch andre Leute!

Was den „Jungen“ gefällt ist zwar trendig,

mir aber zu teuer und arbeitauswendig.

Die Jugend merkt’s erst hinterher;

Ich habe bereits Erfahrung, will’s nicht mehr.

Brauch nicht umbedingt was gefällt,

praktisch muss es sein, das ist meine Welt.

Bezahlbar ausserdem,

und für mich bequem.

Verkäufer haben es mit mir schwer,

belabern lass ich mich nicht mehr.

Ich weiß inzwischen was ich will,

„belehr mich nicht, sei still.“

Nenn mir Daten, Fakten, Preis,

dräng mir nicht auf jeden Scheiß!

Bezahlt wird erst, wenn ich was kauf’

da kannst du Wetten drauf! 

November 2018 @ Helga Kopp

Die Masche,“ich muss mir das bei Ihnen ansehen, ich erstelle einen Plan, kostet nur 290,00 Euro. Wenn Sie bei uns kaufen, ziehen wir das vom Gesamtkaufpreis ab.“ Diese Aussage macht mich rasend. 

„Ich brauche keinen Plan, ich brauche, dies, dies und dies, nennen Sie mir den Preis.“ Was bekomme ich zur Antwort, „ohne Plan – kein Preis.“ 

Was kommt als nächstes? Ich gehe in ein Geschäft, will ein Kleid, die Verkäuferin sagt zu mir, „geben sie mir 20 Euro, dann zeige ich ihnen Kleider!“

Am Schluss nennt sie mir den Preis, das grüne kostet 250,00 Euro, das geblümte 195,00 Euro und das hübsche blaue mit den Rüschen 219,00 Euro. „Wie bitte, ich wollte eigentlich nicht mehr als 100,00 Euro ausgeben.“ Tja, Pech gehabt.

Wenn ich keines kaufe, behält sie das Geld. Im nächsten Geschäft kann ich dann nur noch 80,00 Euro berappen. Ich finde das unverfroren.

Was bilden sich manche Handwerker ein? Zu wenig Konkurrenz, ich sag es ja, „jeder will nur studieren. Wir bräuchten mehr Handwerker!“ Konkurrenz belebt das Geschäft. 

Es geben doch glatt manche nur ein Angebot ab, wenn ich sie vorher fürstlich belohne um in einem Katalog nachzuschauen, den ich leider nicht einsehen darf, da ich eine Privatperson bin, um mir den Preis zu nennen.

Da soll man noch freundlich bleiben, ich gebe zu, das fällt mir schwer.

Frohe Weihnachten

ich wünsche allen Lesern ein fröhliches und entspanntes Weihnachtsfest

Eine kleine Weihnachtsgeschichte von mir mit realem Hintergrund.

Wo ist Peterle

Fam. Achtner , das sind Vater und Mutter, der kleine Maxl, der im Herbst gerade in den Kindergarten gekommen ist, und seine ältere Schwester, die Liesel, die schon zur Schule geht. Ja, und nicht zu vergessen der Peterle, das ist ein beigefarbener Perserkater, den die Mutter mit in ihre Ehe gebracht hatte. Peterle ist schon sehr alt und geht nicht mehr aus, besonders jetzt im Winter zur Weihnachtszeit bevorzugt er es warm und kuschelig auf dem Sofa oder in einem der Betten der Kinder zu liegen, manchmal versteckt er sich auch im Kleiderschrank hinter einem Berg von Wäsche, um von den Kleinen bei seiner Ruhe nicht gestört zu werden.

Wenn Peterle längere Zeit von niemanden gesehen wird, ist gleich die ganze Familie in Aufregung und macht sich auf die Suche nach ihm, denn als er vor wenigen Wochen von Liesel aus Versehen vor‘s Haus gelassen wurde, kam er erst nach Stunden wieder zerrupft und mit einem blutigen Ohr nach Hause. Er kann sich halt nicht mehr verteidigen, weil er gar keine Zähne mehr hat und recht altersschwach ist. Aus diesem Grund genießt der Peterle eine Sonderstellung in der Familie. Alle kümmern sich fürsorglich um den Kater und lieben ihn sehr. 

Es war der 24. Dezember, an diesem Tag ging alles drunter und drüber. Die Kinder waren fürchterlich aufgeregt, weil doch heute das Christkindl kommt und der Vater musste den Weihnachtsbaum noch 

aufstellen und hatte große Mühe die Tanne im Christbaumständer festzuschrauben. Die Mutter, die gerade mit einem Berg Schachteln voll mit Weihnachtskugeln die Treppe herunterkam, übersah Peterle der auf der zweiten Treppenstufe sass und sich putzte und so stolperte sie über ihn, die Schachteln fielen krachend zu Boden, und viele der wunderschönen Weihnachtskugeln waren nur noch Scherben. Mutter, die sich ärgerte, schimpfte Peterle aus, weil er sich ausgerechnet am Hl. Abend mitten in den Weg setzen musste, und der Kater sprang flink auf und davon, was man ihm, für sein Alter gar nicht mehr zugetraut hätte und war fortan nicht mehr gesehen.

Die Weihnachtsvorbereitungen wurden fortgesetzt, der Baum geschmückt, der Braten in die Röhre geschoben, die Kinder fein rausgeputzt und als Mutter endlich auch wieder etwas zu Atem kam, fragte sie: „Wo ist eigentlich der Peterle?“ Einer schaute den anderen an, aber keiner konnte sich erinnern, den Kater seit dem Treppenmalheur nochmals gesehen zu haben. „Der wird sich verstecken, sagt der kleine Maxl, weil du Mama ihn so ausgeschimpft hast, und jetzt hat er Angst und traut sich nicht mehr zu kommen.“  „Ach, was, meinte der Vater, der ist schon da, der hat sich bestimmt wieder ein ruhiges gemütliches Plätzchen gesucht, wo ihn niemand stören kann.“

Die Mutter deckte den Kaffeetisch, schlug Sahne für den Kuchen, bei diesem Geräusch fand sich Peterle sonst immer in der Küche ein, weil er von dieser

Köstlichkeit was ab haben wollte. Doch heute kam keine Katze. Die Familie trank Kaffee und räumte die Küche wieder auf, kein Kater. Mutter wurde immer unruhiger und schickte die Kinder auf die Suche. Sie sagte, „Bescherung ist erst, wenn sich mein Peterle wieder eingefunden hat.“ Bei diesen trüben Aussichten, schwirrten die Kinder sogleich aus und durchkämmten das gesamte Haus. Alle Schränke wurden geöffnet, unter jedes Bett geschaut, alle Lieblingsplätze des Katers abgelaufen, aber kein Peterle weit und breit. Die Mutter wurde immer nervöser, er wird doch nicht ausgerechnet in der Hl. Nacht bei dem eisigen Frostwetter davongelaufen sein! Mama fühlte sich schuldig, weil sie ihn so ausgeschimpft hatte, sie hätte selber besser aufpassen können, dann wäre sie nicht über ihn gestolpert.

Inzwischen hatten die Kinder den Vater schon bei der Suche mit einbezogen. Dieser lief den ganzen Garten ab und suchte die Katze. Über eine Stunde waren sie bereits unterwegs und draussen wurde es dunkel, durch die Fenster der anderen Häuser sah man die hell erleuchteten Christbäume schimmern, nur bei den Achtners brannte noch kein einziges Kerzchen. Ohne Peterle keine Bescherung hatte die Mutter gesagt, der Maxl war inzwischen den Tränen nahe, er wusste nicht mehr ein noch aus. Als die Mutter ihn so verzweifelt sah, beschloss sie das Christkind letztendlich auch ohne Peterle kommen zu lassen und die Familie stellte sich vor der Wohnzimmertüre auf, und die Kinder warteten gespannt auf den hellen Glockenklang, der immer zu

hören war, wenn das Christkind die Geschenke unter den Baum gelegt hatte. Vater öffnete die Tür und alle vier stellten sich vor den strahlenden Weihnachtsbaum und sangen „Stille Nacht, heilige Nacht,“ sie waren gerade bei Gottes Sohn, oh, wie lacht, da fällt Mutters Blick in die Krippe, die der Vater vor dem Baum auf einem niedrigen Schemel aufgebaut hatte und mitten drinnen statt Maria und Josef mit dem Kind lag auf dem weichen Heu der Kater. „Da bist du ja mein Peterle, rief die Mutter, und vergaß das Singen, du kannst dich doch nicht auf das Christuskind legen, was fällt dir denn ein?“ Da meinte der Maxl, „schimpfst schon wieder mit ihm, er hat es doch nur gut gemeint, der wollte die heilige Familie warm halten, weil es doch im Winter so kalt ist.“ Und alle lachten erleichtert auf. Über diese große freudige Überraschung hätten sie bald auf ihre Geschenke vergessen, so froh waren sie, dass der Peterle wieder da war.

Das war das letzte Weihnachtsfest für den Kater, im Sommer flog er in den Katzenhimmel und seither gibt es bei den Achtners jedes Jahr eine kleine beige Stoffkatze in der Krippe als Andenken an den Peterle.

(c) Helga Kopp Dez. 2007

Ich entschuldige mich dafür, dass die Absätze im Text nicht passen, hier wurde alles umgestellt, und ich komme damit leider noch nicht klar. Werde es korrigieren so bald ich weiß, wie es funktioniert.

1. Advent

 

Leider fiel mir dieses Jahr bisher noch gar keine Weihnachtsgeschichte ein.

Ich habe sehr viele Weihnachtsgedichte und -geschichten inzwischen zusammen. Viele in Mundart, da ich weiß, dass die meisten meiner Leser der bayerischen Mundart nicht mächtig sind, verkneife ich mir das, obwohl ich gerade diese „Werke“ besonders liebe. Sorry, aber manchmal kommt der Bayer trotzdem durch ;-)!

Ich wünsche allen meinen Lesern einen besinnlichen 1. Advent! Und viel Spaß beim Lesen eines meiner Gedichte aus dem Jahre 2011.

Eine Ehefrau und Mutter schrieb in der Adventszeit folgenden Brief an ihren Weihnachtsmann und seine Engel.

Ich diene seit 20 Jahren treu an deiner Seite,

in dieser Zeit ging ich massiv in die Breite,

Darum bring mir bitte keinen Tanga und kein Nigligee,

denn darin find ich mich überhaupt nicht schee. (schön)

Auch keinen Schokoweihnachtsmann und keine Pralinen,

das tut nämlich meiner Figur nicht dienen.

Schick mir weder Tonikum noch Faltencreme,

weil ich mich für mein Gesicht nicht schäm.

Bring niemals wieder Socken, oder Strümpf,

da ich sonst die Nase rümpf.

Ich brauch keinen Toaster, kein Bügeleisen,

ich würde aber gerne mal verreisen.

Ein bisschen Wellness tät mir gut,

ohne meinen Mann, versteht sich, ich hätt‘ den Mut.

oder nen Gutschein für einen Starfrisör,

ich hoffe meine Wünsche finden Gehör.

Liebes Englein, groß und klein,

lasst die Streiterei an Weihnacht sein.

Geht der Mutter liebevoll zur Hand,

Hausarbeit ist keine Schand.

Der Brief wurde sogleich zwei Mal kopiert 

und das Kuvert mit einem Kuss frankiert.

Auf dem Umschlag stand geschrieben,

für die Engelein und meinen Weihnachtsmann Sepp, den Lieben.

(c) Helga Kopp November 2011