gescheit

ja unser Bärli wird auf seine alten Tage noch gescheit. Man kann es kaum glauben, aber es scheint so. Jetzt sitzt er nicht mehr den ganzen Tag bei der Nachbarin auf der Terrasse oder klappert sein Revier ab. Seit einiger Zeit liegt er viel im Haus und nachts kommt er auch lieber heim.

Vielleicht auch wegen dem riesigen großen zotteligen, roten Kater, der bei uns die Gegend unsicher macht. Der ist mindesten dreimal so viel wie unser Bärli. Oft kommt dieser Kater nachts bis an meine Küchentüre und miaut rein, als wolle er fragen, „ist Bärli zu Hause?“ Und jedes Mal erschrecke ich wieder, wenn ich seine „Scheinwerfer“ durch die Terrassentüre blitzen sehe ;-). Irgendwie ist er schon furchteinflößend. 😉

ja spinnt d‘ Beppi

aber gewaltig! Unser Bärli war schon immer ein komischer Heiliger, jetzt hat er eine neue Sucht. Er geht fast nur ins Haus, wenn sein Herrchen zu Hause ist. Öffne ich die Türe, bleibt er hocken und glotzt mich nur vorwurfsvoll an. Macht der Herr des Hauses auf, schickt sich der Kater an, rein zu kommen. Raus gelassen werden will er nur von mir. Er meckert, „lass mich raus,“ macht Herrchen die Türe auf, hat Kater keine Lust mehr nach frischer Luft. Erst wenn ich auf stehe und ihn raus lasse, geht er. Manchmal könnte man schon auf den Gedanken kommen, er schikaniert uns vorsätzlich. 😉 

siedend heiß

unser Sohn kam vorbei, wir unterhielten uns über seine Katzen, da fiel das Wort Medikamente.

Jessasna, mir wurde ganz anders, siedend heiß fiel mir ein, wir hatten unseren Bärli schon wochenlang keine Kapsel mehr eingetrichtert. Er braucht wöchentlich eine Hormonkapsel für seinen Hals, eine Autoimmunerkrankung.

Seit seiner Ohr-OP und all dem unangenehmen Drumrum waren alle Beteiligten heil froh, als alles wieder gut war und Bärli  wurde in die Freiheit entlassen, und seither kommt er nur Futter fassen und will sofort wieder raus. Ein komischer Heiliger ist unser Kater schon immer. Auch wir waren froh, endlich mit der Sache abgeschlossen zu haben, und dann dachte keiner mehr an seine wöchentlichen Medikamente. 

Als Kater nach Hause kam, wir ihn gleich gefasst und in den Hals geschaut, sieht für mich gut aus, Kapsel rein und hoffen, dass diese Auszeit keinen Schaden angerichtet hat.

Ausgang

Tag der Freiheit! Bärli durfte nach langer „Gefangenschaft“ endlich wieder Gassi gehen. Welch eine Freude, jetzt hat er bestimmt jede Menge zu tun, er muss sein Revier abklappern. 🙂

Als er raus ging, setzte er sich erstmals auf die Stufen vor der Terrasse und beäugte lange den Garten und den Weiher. Irgendwie konnte er sein Glück noch nicht fassen. Behäbig schlich er am Haus entlang und begutachtete alles, er genoss seine Freiheit sichtlich. Irgendwie kam es mir vor, als würde er denken, „ich habe nicht mehr geglaubt, dass ich das alles nochmals erleben darf.“ 😉

Nun hoffe ich sehr für ihn, dass er sich am Ohr nicht aufkratzt, dann muss der Kragen wieder angelegt werden, sagte die Ärztin, und es gibt wieder Stubenarrest. Gott bewahre uns davor!

Er hatte durch den Kragen viele verfilzte Stellen bis auf die Haut rund um den Hals, ich habe ihm alle Knoten rausgeschnitten. Der schönste Kater ist er momentan nicht auf Gottes Erdboden, aber ein freies, selbstbestimmtes Leben ist zurückgekehrt. Was juckt einem da die Schönheit? 😉

Was mich wunderte, er war an diesem Tag mehrmals da, fasste Futter und trank, er trinkt mir zu viel, er wird doch nichts mit den Nieren haben, wie es bei seiner Schwester war. Momentan möchte ich noch zuwarten, nicht schon wieder mit ihm zum Tierarzt rennen, muss die Sache im Auge behalten. Bärli ist mit seinen 14 Jahren schließlich schon ein betagter Herr!

ja wem hama denn da

„Do schau her, mir ham wieder oan.““Mei schee!“

Mein Mann kam nach Hause, und zeigte mir auf dem handy ein Foto. „Schau amal wos mir ham?,“ sagte er und hielt mir sein handy vor die Nase. 

„So schön, wir haben wieder einen Igel.“ Wir sind gleich zusammen raus in den Garten und tatsächlich war er noch da, allerdings sehr scheu. Ich musste lange warten und als Bestechungsversuch habe ich ihm eine kleine Tomate angeboten. 

Die schien ihn zu interessieren und so bekam ich doch noch sein süsses Näschen auf ein Foto. Verspeisen wollte er die Tomate jedoch nicht. Leider waren gegen 18 Uhr bei uns schon die Lichtverhältnisse sehr schlecht. Seit Tagen regnet es mit kurzen Unterbrechungen.

Bestimmt wohnt Mecki wieder unter der Terrasse. 

Was man doch alles für Gartenbewohner hat und man weiß es gar nicht! 🙂

was er für ein schönes Gesichtchen hat!

Konzertvorstellung

von großen Mau Rawau

oh ja, das bekomme ich mehrmals täglich für ca. eine gute Stunde. Zuerst finde ich es immer ganz lustig, aber dann nervt es. Mau, mau, rawau, wauuuuu, mmh ma, mi, ma rawauuuuu. 

Dann meldet sich auch noch die Waschmaschine lautstark. Denke, sei geduldig, tu als wäre nichts, und das Männchen im Hirn sagt, „ich halte das nicht mehr aus! Tu was, schnell, ich dreh gleich am Rad, tu was.“

Dann renne ich in den Keller, und beende dort diese hohen nervtötenden Töne. Eigentlich sollte man sich bei einem Waschmaschinenkauf erst mal den Ton anhören dürfen, dann wäre meine definitiv ausgeschieden. Ewig lang tönt die, und dermaßen fordernd. Das zehrt an meinen Nerven.

Also rauf gerannt, alles liegen und stehen gelassen, Energiearbeit für den „Konzertmeister“ gemacht, nach gut 10 Minuten hat er sich in seine Höhle verkrochen. Ufff, das ist die reinste Erholung, auch wenn man jede Menge Arbeit vor sich hat. 🙂

Mussten heute wieder zur Kontrolle in die Tierklinik, die Öffnungen vom gezogenen Drainagerohr haben sich noch nicht verschlossen. Neuer Eiter hat sich nicht gebildet. Weiterhin Antibiotika und zu Hause bleiben. Langsam bekommt Bärli den Lagerkoller.

Donnerstag nächster Termin.

Nach dem Arztbesuch braucht man eine extra Portion Zuwendung 🙂

mit der Gesamtsituation unzufrieden

so könnte man Bärli’s Zustand beschreiben. Er meckert und rennt die beiden Türen an, raus, raus, raus, er kratzt und schimpft.

Die Wunde scheint zu heilen, sie juckt, er will kratzen, was durch den Kragen nicht möglich ist. Er haart fürchterlich, das tun Katzen, wenn es ihnen nicht gut geht, wenn sie Angst haben.  Der ganze Pelz hat überall verklebte Stellen, ich mache nichts, warte ab, bis der Kragen weg ist. Ich glaube wir müssen diese Stellen rausschneiden, mit waschen geht da nichts.

Das halbe Gesichtchen haben sie ihm rasiert, sieht wirklich schlimm aus. Von der OP/Narbe kann ich nicht viel erkennen, sehe keine Drainage, nur einen Faden, für mich sieht die Wunde gut aus. Mal sehen was die Ärztin sagt.

Wir machen viel Energiearbeit für Bärli und es klappt richtig gut, immer, wenn er zu schlimm drauf ist, können wir ihn so „runter“ holen. Bisher bin ich recht zufrieden mit ihm. Klar hat er immer wieder seine „lass mich raus Anfälle“, aber er beruhigt sich wieder.

Heute hob ich ihn bei so einem „Anfall“ hoch, mag er normalerweise nicht, drückte ihn an mich wie ein kleines Baby und kraulte seinen Rücken, lässt er sich eigentlich nicht gefallen. Er will immer den Kopf gekrault haben, zwischen den Ohren. Jedenfalls blieb er liegen und drückte sich ganz fest an meinen Körper, begann zu schnurren und man sah, es tat ihm richtig gut. Solche Momente lassen mich immer alle Mühen vergessen, ich genieße sie einfach. So waren wir wenige Augenblicke beide sehr zufrieden miteinander. 🙂

Abends sagte ich zu Bärli, „Muckel geh nochmal Kiste und Futter fassen, wir müssen heute wieder zur Tante Dr. ;-)!“

Hat Bärli doch glatt gemacht. Sogar mein Mann war baff.

Dieses Mal mussten wir nicht so lange warten. Das Fenster im Warteraum war weit geöffnet zur Straße hin, davor standen jede Menge Autos mit Herrchen und Frauchen und ihren Hunden, in Corona Zeiten müssen viele draussen warten.

Mein Mann stellte Bärli mit Käfig ans offene Fenster und Bärli schaute dem quirligen Treiben mit Freude zu.

Er ist so ein braver Kater was das betrifft, meine zwei Weiber waren da ganz, ganz anders. 

Die Tierärztin zog die Fäden, bzw. versuchte sie zu ziehen, die Schere war mehr als stumpf, immer haben die miese Geräte, bin nicht immer zufrieden was dort so abgeht. Dann war die Drainage sehr verklebt, ich merkte richtig wie Bärli die „Zähne“ zusammenbiss, als sie sie entfernen wollte. Dann sah sie, dass noch zwei Fäden gezogen werden mussten. Insgesamt waren es vier. Die Drainage war sehr verklebt. Ich sagte, „das müssen wir aufweichen“. Die Ärztin holte eine Kochsalzlösung und weichte alles ein wenig auf. Der Schlauch war gute 5 cm lang. Kater hielt sich ganz still und sogar die Tierärztin sagte, so ein braves Tier habe sie selten. Bei meiner Kira hätten wir noch zwei Leute anfordern müssen, die hätte uns sonst die Augen ausgekratzt und Shiva wußte sich auch immer gut zu wehren. 

Jetzt hat Bärli dort, wo der der Schlauch war ein Loch, und es nässt noch. Ich fragte nach, woher denn so ein Abszess käme. „Wahrscheinlich Bisswunde wurde mir gesagt.“ Tja, verteidigen kann sich Bärli schlecht so ganz ohne Zähne, es reicht noch um Mäuse zu fangen und Trockenfutter zu knacken, aber nicht um Rivalen in die Flucht zu schlagen. Ein betagter Kater ist er auch schon.

Ein Medikament können wir nun weg lassen, das andere wird weiter eingenommen. Wir müssen Freitag wieder vorstellig werden.

Wenn es blöd läuft, meinte die Ärztin, könnte sich das ganze nochmals mit Eiter füllen, na Gott bewahre uns davor.

Zu Hause war Bärli wieder fix und alle und musste sich erst unter der Eckbank verkriechen und ein Nickerchen halten. Danach gab es die Tablette. Was für uns nicht einfach ist. Herrchen muss Kater halten, Frauchen ihm das Mäulchen aufmachen und die Tablette einwerfen, der Kragen erschwert diese Prozedur. Der Kragen bleibt noch eine Weile.

Später war Bärli sehr anhänglich, musste ihn eine Stunde kraulen, er haart, ich und die Eckbank, alle Kissen sind voll mit seinem schwarzen Fell. Wenn er wieder raus kann, habe ich genug Arbeit um alles erneut auf die Reihe zu bekommen. Hoffe es kommt nichts mehr nach. Freitag wissen wir ein wenig mehr.

Kater

heute morgens um zehn bei der Tierklinik angerufen. Ohr/Wunde eitert weiter, muss wieder gespült werden. Solle mich nachmittags nochmals melden.

Dann erfahren, Bärli darf abends abgeholt werden.

Sassen eine gute Stunde in der Praxis bis wir Bärli ausgehändigt bekamen. Kater hat noch Drainage im Ohr, bekommt zwei verschiedene Medikamente, hat eine Halskrause bekommen. Jedenfalls ist sie nicht so riesig, wie ich sie von früher kenne.

Bärli schüttelt sich zwar immer und eckt überall mit dem Kragen an, aber kommt besser damit klar, wie wir dachten. 

Zuhause raus aus dem Käfig und gleich zur Terrassentüre, raus, raus, raus. Nein, das geht gar nicht, damit musste er erst klar kommen. Gefressen wie ein Weltmeister, der hat bestimmt die Zeit in der Klinik gehungert, hat auch nur noch 3,9 kg. Der Kragen ist echt schlimm, besonders beim Fressen, das meiste fällt in den Kragen und ich muss hinterher alles säubern. 

Später verzog er sich unter die Eckbank, wir dachten uns das schon, und ich hatte dort ein Bettchen eingerichtet. Das wollte er aber nicht, verkroch sich bis ganz in die Ecke.

Später lag er eine Weil bei mir im Arm, das kommt nur alle heiligen Zeiten vor. Jetzt schläft er. Man merkt schon, dass er völlig durch den Wind ist.

Ich bin froh, dass er uns nicht beleidigt ist. Er war sichtlich erleichtert, als er unsere Stimmen in der Praxis hörte, und war ganz ruhig während der Heimfahrt.

Das nächste Gastspiel in der Klinik ist am Mittwoch.

Abszess

heute erfuhr ich, es war ein Abszess. Bärli hat oh Wunder, sogar in der Tierklinik gefressen, das beruhigt mich. 

Nach zweimaligen Anruf dort, wurde mir mitgeteilt, dass die Wunde eine Drainage hat und leider immer noch Eiter absondert, er muss weiterhin da bleiben.

Anschließend 10 Tage Hausarrest, das kann heiter werden, bei einem absoluten Freigänger der protestpinkelt.  Ich habe keinen Raum im Haus, wo das egal ist. Mir ist ganz schlecht, wenn ich daran denke.

oh mei, oh mei

armes Bärli

Gestern goss ich den Garten, da sah ich unseren Bärli unterm Kirschbaum sitzen. Ich hob ihn hoch, das kann er gar nicht leiden. Er jammert, das macht er immer, weil er wieder runter will. Ich sehe, dass seine Pfote ganz verklebt ist. Dann entdecke ich sein Ohr, es läuft, alles verklebt, teils hat er sich dort schon den Pelz heraus gekratzt. 

Heute morgens kam Bärli Futter fassen, ich hinter ihm gleich die Terrassentüre geschlossen. Ohr begutachtet, nichts hatte sich gebessert. Ich rief in der Tierklinik an. Verwiesen zum Notdienst. 

Nachmittags um ein Uhr dürfte ich Kater bringen. Das war schlimm für unser Katerchen, ich musste ihn eingesperrt lassen. Er jammerte und jammerte und zeigte mir ständig, Frauchen ich will raus.

Endlich konnten wir los fahren. Es war ausgemacht mit der Klinik, dass sie mich anrufen, wann ich ihn wieder holen kann. Da ich um vier nachmittags noch nichts gehört hatte, rief ich in der Klinik an. Kater muss eine Narkose bekommen, ganze Ohr vereitert, aber ohne Unterschrift dürfen sie ihm keine geben. 

Ich alles zu Hause liegen und stehen gelassen und los gefahren. Unterwegs fällt mir ein, ich habe den Topf am Herd stehen, kein handy dabei, soll ich nun weiter fahren, oder wieder umkehren.

Entschied mich zum TA zu fahren, rein in die Praxis und gleich jemanden gesucht, weil keiner in der Anmeldung sass. Schnell unterschrieben und wieder ins Auto gesetzt. Gerade noch rechtzeitig, bevor mir das Essen angebrannt wäre. 😉

Um 19 Uhr wieder angerufen, Kater sitzt immer noch in seiner Box, nichts ist bisher geschehen, hatten keine Zeit für OP. Na super. Das arme Vieh.

Mir wurde mitgeteilt, „wir rufen an, nach OP. Jetzt ist es fast Mitternacht und wir bekamen keine Benachrichtigung. Das nervt, weil man nicht weiß was ist. Genaueres konnte man mir um sieben nicht sagen, sie meinten evtl. Abszess. 

Unser Freiheit liebender Bärli, von Natur aus ein Schisser, hat bestimmt Todesangst und einen Schock sowieso, Schmerzen, und von morgens bis jetzt in der kleinen Box. Übersteht er alles gut, hat er bestimmt ein Trauma. Was wird da noch auf uns zu kommen?