Frohe Weihnachten

ich wünsche allen Lesern ein fröhliches und entspanntes Weihnachtsfest

Eine kleine Weihnachtsgeschichte von mir mit realem Hintergrund.

Wo ist Peterle

Fam. Achtner , das sind Vater und Mutter, der kleine Maxl, der im Herbst gerade in den Kindergarten gekommen ist, und seine ältere Schwester, die Liesel, die schon zur Schule geht. Ja, und nicht zu vergessen der Peterle, das ist ein beigefarbener Perserkater, den die Mutter mit in ihre Ehe gebracht hatte. Peterle ist schon sehr alt und geht nicht mehr aus, besonders jetzt im Winter zur Weihnachtszeit bevorzugt er es warm und kuschelig auf dem Sofa oder in einem der Betten der Kinder zu liegen, manchmal versteckt er sich auch im Kleiderschrank hinter einem Berg von Wäsche, um von den Kleinen bei seiner Ruhe nicht gestört zu werden.

Wenn Peterle längere Zeit von niemanden gesehen wird, ist gleich die ganze Familie in Aufregung und macht sich auf die Suche nach ihm, denn als er vor wenigen Wochen von Liesel aus Versehen vor‘s Haus gelassen wurde, kam er erst nach Stunden wieder zerrupft und mit einem blutigen Ohr nach Hause. Er kann sich halt nicht mehr verteidigen, weil er gar keine Zähne mehr hat und recht altersschwach ist. Aus diesem Grund genießt der Peterle eine Sonderstellung in der Familie. Alle kümmern sich fürsorglich um den Kater und lieben ihn sehr. 

Es war der 24. Dezember, an diesem Tag ging alles drunter und drüber. Die Kinder waren fürchterlich aufgeregt, weil doch heute das Christkindl kommt und der Vater musste den Weihnachtsbaum noch 

aufstellen und hatte große Mühe die Tanne im Christbaumständer festzuschrauben. Die Mutter, die gerade mit einem Berg Schachteln voll mit Weihnachtskugeln die Treppe herunterkam, übersah Peterle der auf der zweiten Treppenstufe sass und sich putzte und so stolperte sie über ihn, die Schachteln fielen krachend zu Boden, und viele der wunderschönen Weihnachtskugeln waren nur noch Scherben. Mutter, die sich ärgerte, schimpfte Peterle aus, weil er sich ausgerechnet am Hl. Abend mitten in den Weg setzen musste, und der Kater sprang flink auf und davon, was man ihm, für sein Alter gar nicht mehr zugetraut hätte und war fortan nicht mehr gesehen.

Die Weihnachtsvorbereitungen wurden fortgesetzt, der Baum geschmückt, der Braten in die Röhre geschoben, die Kinder fein rausgeputzt und als Mutter endlich auch wieder etwas zu Atem kam, fragte sie: „Wo ist eigentlich der Peterle?“ Einer schaute den anderen an, aber keiner konnte sich erinnern, den Kater seit dem Treppenmalheur nochmals gesehen zu haben. „Der wird sich verstecken, sagt der kleine Maxl, weil du Mama ihn so ausgeschimpft hast, und jetzt hat er Angst und traut sich nicht mehr zu kommen.“  „Ach, was, meinte der Vater, der ist schon da, der hat sich bestimmt wieder ein ruhiges gemütliches Plätzchen gesucht, wo ihn niemand stören kann.“

Die Mutter deckte den Kaffeetisch, schlug Sahne für den Kuchen, bei diesem Geräusch fand sich Peterle sonst immer in der Küche ein, weil er von dieser

Köstlichkeit was ab haben wollte. Doch heute kam keine Katze. Die Familie trank Kaffee und räumte die Küche wieder auf, kein Kater. Mutter wurde immer unruhiger und schickte die Kinder auf die Suche. Sie sagte, „Bescherung ist erst, wenn sich mein Peterle wieder eingefunden hat.“ Bei diesen trüben Aussichten, schwirrten die Kinder sogleich aus und durchkämmten das gesamte Haus. Alle Schränke wurden geöffnet, unter jedes Bett geschaut, alle Lieblingsplätze des Katers abgelaufen, aber kein Peterle weit und breit. Die Mutter wurde immer nervöser, er wird doch nicht ausgerechnet in der Hl. Nacht bei dem eisigen Frostwetter davongelaufen sein! Mama fühlte sich schuldig, weil sie ihn so ausgeschimpft hatte, sie hätte selber besser aufpassen können, dann wäre sie nicht über ihn gestolpert.

Inzwischen hatten die Kinder den Vater schon bei der Suche mit einbezogen. Dieser lief den ganzen Garten ab und suchte die Katze. Über eine Stunde waren sie bereits unterwegs und draussen wurde es dunkel, durch die Fenster der anderen Häuser sah man die hell erleuchteten Christbäume schimmern, nur bei den Achtners brannte noch kein einziges Kerzchen. Ohne Peterle keine Bescherung hatte die Mutter gesagt, der Maxl war inzwischen den Tränen nahe, er wusste nicht mehr ein noch aus. Als die Mutter ihn so verzweifelt sah, beschloss sie das Christkind letztendlich auch ohne Peterle kommen zu lassen und die Familie stellte sich vor der Wohnzimmertüre auf, und die Kinder warteten gespannt auf den hellen Glockenklang, der immer zu

hören war, wenn das Christkind die Geschenke unter den Baum gelegt hatte. Vater öffnete die Tür und alle vier stellten sich vor den strahlenden Weihnachtsbaum und sangen „Stille Nacht, heilige Nacht,“ sie waren gerade bei Gottes Sohn, oh, wie lacht, da fällt Mutters Blick in die Krippe, die der Vater vor dem Baum auf einem niedrigen Schemel aufgebaut hatte und mitten drinnen statt Maria und Josef mit dem Kind lag auf dem weichen Heu der Kater. „Da bist du ja mein Peterle, rief die Mutter, und vergaß das Singen, du kannst dich doch nicht auf das Christuskind legen, was fällt dir denn ein?“ Da meinte der Maxl, „schimpfst schon wieder mit ihm, er hat es doch nur gut gemeint, der wollte die heilige Familie warm halten, weil es doch im Winter so kalt ist.“ Und alle lachten erleichtert auf. Über diese große freudige Überraschung hätten sie bald auf ihre Geschenke vergessen, so froh waren sie, dass der Peterle wieder da war.

Das war das letzte Weihnachtsfest für den Kater, im Sommer flog er in den Katzenhimmel und seither gibt es bei den Achtners jedes Jahr eine kleine beige Stoffkatze in der Krippe als Andenken an den Peterle.

(c) Helga Kopp Dez. 2007

Ich entschuldige mich dafür, dass die Absätze im Text nicht passen, hier wurde alles umgestellt, und ich komme damit leider noch nicht klar. Werde es korrigieren so bald ich weiß, wie es funktioniert.

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