Kombucha

Meine Experimente

Neulich kaufte ich mir ein Buch über alternative Heilmethoden. Dort wurde unter anderem das Getränk Kombucha beworben.

Es ist ein Tee-Pilz-Getränk. 

Es las sich interessant und daher suchte ich weitere Informationen im net.

Die Sache gefiel mir, und ich besorgte einen Scoby und Ansatzflüssigkeit.

Ein großes Glas fand sich im Keller und schon ging es los.

Meinen ersten Ansatz machte ich in einem drei Liter Glas.

Zuerst wird Tee gekocht. Ihr könnt im net nachlesen welche Teesorten sich gut eignen. Meine Entscheidung fiel auf Grüntee, den mag der Pilz am liebsten. Also 2 Liter Wasser gekocht, da das Ansatzglas nicht zu voll gefüllt werden sollte. Pro Liter gibt man ca. 8 g Tee zum Wasser und lässt den Tee mindestens 15 Minuten ziehen. 

Der Pilz benötigt als Nahrung ca. 90 – 100 g Zucker pro Liter. 

In Rohrohrzucker gedeiht er besonders gut. Später las ich, dass es mit unserem normalen weißen Rübenzucker genauso funktionieren soll. Ich entschied mich für 100 g Rohrzucker und 100 g Rübenzucker. Den heißen Tee durch ein Plastiksieb gießen, den Zucker einrühren und alles abkühlen lassen. Beim Kombucha solle man den Kontakt mit Metall meiden. Plastiklöffel und Plastiksiebe verwenden.

Jetzt kommt der Scoby zum Einsatz, mit sauberen Händen den Teepilz zum Tee geben. Das Glas wird anschließend mit einem Baumwolltuch und einem Gummiring verschlossen, das verhindert Verschmutzungen und hält Fruchtfliegen fern, ausserdem braucht der Pilz Luft.

Nun hieß es warten, gut Ding will Weile haben.

Ich stellte das Glas auf einen Untersetzer auf unsere Ofenbank ins Wohnzimmer. Dort stehen keine Pflanzen, da wird nicht gekocht und direktes Sonnenlicht fällt auch nicht aufs Glas.

Der Teepilz ernährt sich nun in der nächsten Zeit vom Tee und dem Zucker. Es entsteht ein Fermentgetränk.

Ab jetzt stand das Glas unter meiner ständigen Beobachtung, schließlich muss man doch wissen was sich dort tut ;-).

Am ersten und zweiten Tag gar nichts. Naja, der Teepilz liebt es warm um die 23 C, je wärmer es ist, um so besser gedeiht er und um so schneller erhält man ein spritziges kohlensäurehaltiges Getränk mit etwas Alkohol, der Gehalt soll sehr niedrig sein. Je länger die Gärzeit ist, je saurer wird die Flüssigkeit.

Bei mir war es kälter.

Drei Tage später entdeckte ich eine hauchdünne weiße Schicht auf dem Tee. Mein Scoby hatte sich auf den Glasboden gesetzt und blieb dort, während sich oben ein neuer Pilz bildete, der täglich wuchs und auf dem Tee schwebte. 

Meine Neugierde stieg von Tag zu Tag. Nach 12 Tagen beendete ich das Experiment.

Der Ansatzpilz lag noch immer auf dem Glasboden und hatte sich nicht verändert. Der neu gebildete schwamm als dicke weißliche Scheibe auf der Teeoberfläche, darunter bildeten sich kleine Gasbläschen. Kohlensäure.

Mit sorgfältig gereinigten Händen entfernte ich beide Pilze. Wusch sie unter fließenden kalten Wasser ab. Danach wanderten sie in ein Schraubglas und wurden mit Nährflüssigkeit bedeckt, der Pilz darf nicht austrocknen. Um weitere Gärung zu vermeiden bleiben sie bis zum nächsten Einsatz im Kühlschrank. 

Ich hatte im Vorfeld 2 Flaschen sterilisiert, da hinein goss ich den Rest der Flüssigkeit. Durch die erste Gärung hatte ich jetzt zwei Teepilze und konnte somit in Folge 4 Liter Kombucha ansetzen. Bei jedem neuen Ansatz braucht man 10 % vom fertigen Gärgetränk. Also wollte ich 4 Liter ansetzen, musste ich von meinen zwei Litern fertigen Kombucha 400 ml beiseite nehmen und diese Flüssigkeit dann dem neuen Tee mit beigeben.

Ein spannender Moment, wie schmeckt Kombucha?

Süsssäuerlich und gärig, erinnert an Federweißer.

Mich hat er überzeugt. Inzwischen habe ich schon mehrere Liter gleichzeitig angesetzt.

Ich mische Kombucha gerne mit Wasser. Hin und wieder gebe ich noch einen Schuss Saft dazu, am liebsten Hollersaft.

Neulich kippte ich ein Gläschen in meinen Smoothie, das spart Früchte.

In Buttermilch und Milchkefir fand ich ihn ebenfalls sehr lecker.

Ich mag kein Bier, aber nehme hin und wieder flüssige Bierhefe zu mir. Seit ich diese mit Wasser und Kombucha verrühre, freue ich mich auf ein Gläschen der gesunden Mischung.

Einen neuen Ansatz startete ich mit 50% Schwarztee und 50% Grüntee.

Klappte gut. Der Geschmack überzeugte mich persönlich weniger. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, und ich spreche nur für mich.

Auch Früchtetees würden funktionieren, aber man soll den Scoby nicht zu oft hintereinander damit ansetzen, denn er gedeiht am besten in Grüntee.

Ätherische Öle, wie in Pfefferminztee etc. sind nicht geeignet. 

Ich traute mich an eine Mischung, Grüntee, Schwarztee, getrocknete Holunderblüten und Ringelblumenblütenblättern. Eine gute Variante.

Den Kombucha in Flaschen lässt man noch einen Tag bei Zimmertemperatur nachgären und stellt sie dann in den Kühlschrank, durch die Kälte fährt die Fermentation stark herunter und das Getränk kann über längere Zeit gelagert werden. Da sich Kohlensäure bildet sollte man immer wieder den Verschluss der Flaschen öffnen, damit das Gas entweichen kann. Sonst kann eine Flasche schon einmal explodieren.

Wie lange man die Flüssigkeit lagern kann, weiß ich nicht, bei mir hält sie nie länger als 2 Wochen, ich könnte so eine Flasche auf einen Tag trinken, weil mir der Kombucha so gut schmeckt. 

Je länger die Flüssigkeit lagert um so saurer wird sie, das einzige was einem passieren kann, dass man am Ende Essig hat, den man zum Salatdressing geben kann. Damit habe ich noch keine Erfahrung, möchte es aber irgendwann probieren, dann werde ich berichten.

Der ganze Aufwand ist nicht gering, aber ich finde er lohnt sich, daher werde ich weiter experimentieren und vielleicht noch die eine oder andere Info hier hinterlegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.