Af’n Friedhof

Bevor ich ins KH ging, war ich noch auf dem Friedhof. Ich wollte eine meiner früheren Mitschülerinnen besuchen, ohne Erfolg, es gab noch keine Inschrift.

Zuhause schrieb ich nachfolgendes Gedicht in Mundart.

Af’n Friedhof

herrscht g’schäftiges Treiben, 

putzt werd, pflanzelt und kehrt.

Des san uns unsere Verstorbenen wert.

I steh vorm Grob und sinnier,

hoffentlich holt mi d’ Doad net’s friah.

Mein letzten Plotz, den hob i scho,

hilft nix, i glaub a amol dro.

Irgendwann, do steh i af seiner Listen,

am End’ landt a jeda in d’ Kist’n.

Ung’wiß is nur wann und wia!

Aus kämma duast earm nia.

A Mausoleum leist’n se de Reichen.

Andre lass’n sich begraben unter Eichen.

Host ned vui Geld, mauern’s di ei in’d Wand.

I lassat mi ausstran, wenn mas kannt!

Allerweil hörst Leit wern recht oid,

do schau amal naf, bei uns, afn Friedhof beim Woid.

Sovui san ned amal 60 worn, oder war’n no jünger,

Leit wern immer kränker, net gsünder.

I derf wieder hoam, d’ Doadn bleim do,

hoffe es bleibt no so, vui Johr;

bis i selber sog, es is gnua,

jetzt leg i mi a zur Ruah!

© Helga Kopp März 2019


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