jede Menge los

gestern war ich zur Blutabnahme, danach drehte ich noch eine Runde am Altwasser. Ich sah wunderschöne Blümchen und Motive, hatte jedoch keine Kamera dabei. Die Atmosphäre war zauberhaft, morgens dichter Nebel, der sich auf meinem Spaziergang langsam auflöste. Die Sonne brach durch. Ich haderte mit mir, weil ich keine Kamera zur Hand hatte. 

Heute stand ich sehr, sehr früh auf und besuchte abermals das Altwasser, es gab allerdings keinen Nebel, die Sonne schien schon früh am Morgen. Ja so ist das, kein Moment wiederholt sich, alles fließt, vorbei ist vorbei, jeder Moment ist wertvoll.

Dafür war schon morgens allerhand los am Altwasser. Mehrere Frauchen gingen mit ihren Hunden Gassi, einige Radfahrer rauschten am Damm entlang und von Weiten sah ich Schafe, das waren doch welche?, oder täuschte ich mich. Ich lief in ihre Richtung und tatsächlich, es war eine beachtliche Schafherde. Die meisten Tiere dösten noch vor sich hin, schliefen, oder wiederkäuten, so ruhig und friedvoll hatte ich noch nie eine Herde angetroffen. Eine Stunde später hörte ich laute Stimmen und Hundegebell, dazwischen mähhhhhh, mähhhhh, zwei Schäfer waren mit ihren Hunden dabei, ihre Schafherde auf die andere Seite des Dammes zu führen. Jetzt sah ich auch viele Lämmer, unterhielt mich mit einem Schäfer, der mir erzählte, dass es über 50 Stück sein müssen.

Schön und erholsam war mein Ausflug, ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich zum letzten Male dort war, es ist viel zu lange her! Ich muss mir für solche Auszeiten wieder mehr Freiraum schaffen.

Anschließend fuhr ich zur Gärtnerei und holte mir 5 Salatpflanzen, die Frau vor mir kaufte 20 und insgeheim beneidete ich sie, weil sie so viel Platz haben musste.

Zu Hause setzte ich die Pflänzchen auf verschiedene Hochbeete. Heuer fressen die Schnecken mir sogar den Salat vom Hochbeet weg. Diese Jahr ist alles anders.

Am Altwasser sah ich reife Wildzwetschgen, ich konnte mir zwei Stück vom Baum angeln, als ich sie aß, war ich enttäuscht, sie schmeckten wässrig, naja, bei dem Wetter wohl kein Wunder.

Schafherde am Altwasser
Kommt, alle hinüber über den Damm!

Zucchiniauflauf

Die Zucchini hat Saison, sie wächst auch gut in unserem Garten.

Eine Auflaufform fetten

Zucchini klein schneiden

Hirse kochen mit etwas Salz und Gemüsebrühe

vorher Zwiebel angeschwitzt und in Streifen geschnittene Gemüsemalve dazugegeben. (geht genauso mit Reis und Spinat oder Mangold)

Tomatenmark, Knoblauch und Würze im Mixer verquirlt, wer mag gibt noch etwas Käse – Emmentaler oder Parmesan drunter

Alles in die Auflaufform geschichtet mit Gewürzen/Grünzeug bestreut und bei 160 C Umluft im Ofen gegart, dazu ein schöner Salat 

kleine Auszeiten

braucht der Mensch. Für mich sind es meine Teerituale. Ich hole meine große Kiste hervor, schaue nach, was brauche ich jetzt. Ruhe und Entspannung, Magenfein, schlaf schön …… dann lese ich das kleine Sprüchlein am Teebeutel – das liebe ich, dabei denke ich immer an meinen Sohn, der mir die Kiste zu einem Festanlass geschenkt hat. Es war ein wirklich schönes Geschenk, manches Teebeutelfach habe ich inzwischen nachgefüllt.

Jeder Moment hat eine besondere Botschaft.

Zum Luftholen muss man niemanden schicken.

Abwechslung ist die Seele des Lebens.

Um lange zu leben, lebe langsam.

Der Bauch ist das Sprachrohr der Seele.

Sonntag

heute ist Auszeit, die letzten Tage und Nächte waren für uns beide sehr anstrengend. Jetzt wollen wir Gras über die Sache wachsen lassen, im wahrsten Sinne des Wortes. Bärli liegt, neben seiner Schwester Shiva, begraben im Rasen direkt am Weiherrand. Wir haben neu Gras angesät. 

Ständig wägt mein Gehirn ab, neue Katze, ja, nein, doch, unbedingt, geht nicht ohne, lieber nicht, gönn dir eine Auszeit usw. Das Radl dreht und dreht im Hirn. 40 Jahre Katzenmutter (von Geburt an immer Katzen um sich), da hat man viel gesehen und mitgemacht. Da nimmt man sich nicht eine neue Verantwortung einfach so auf die Schnelle. 

Das Wetter ist trübe, passend zur Stimmungslage, es hat gestern am Spätnachmittag schon geregnet, dann nachts wieder und morgens auch, aber nie heftig. Ich muss nicht gießen, das ist angenehm.

Ich blieb heute länger im Bett, habe mir ein Buch zur Hand genommen und in aller Ruhe gelesen, nicht ohne im Hinterkopf zu haben, warum ist die Katze noch nicht da, ich höre nichts, ja eingelernte Strukturen vergißt/verlernt man nicht so schnell, schon gar nicht, wenn man Mutter war/ist. ;-). Aber irgendwie, fühle ich mich auch seit unendlicher Zeit befreit. 

Ich lese ein Buch über Seelenalter, wer mag kann sich über Varda Hasselmann schlau machen. Man findet relativ viel im net. Sie ist Buchautorin und schreibt Romane, und ist auch ein Medium, auch darüber gibt es Bücher. Ich, die immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen über das Leben ist, möchte mich unbedingt mehr einlesen über ihre Themen.

Die Sauna ist an, ich finde heute ist ein Relaxtag das einzig Wahre.

Ein bisschen geärgert habe ich mich über einige Kommentare, oder eben keine Kommentare sondern nur favorisieren des Fotos von Bärli in flickr, dort teilte ich mit meinen Kontakten sein Ableben. Wenn man lange Zeit Kontakte hat, weiß man über das Leben des einen oder anderen einiges, und die Zeit meiner drei schwarzen Katzen haben sehr viele miterlebt und auch ihren Weggang. Wenn man dann, statt ein tröstendes Wort zu hinterlassen, nur das Bild mitnimmt, finde ich das keine schöne Geste.

Auch Sohn war sehr traurig, waren Shiva und Bärli ursprünglich seine Tiere, die er schweren Herzen dann bei mir lassen musste. Einmal war er mit mir wegen Bärli beim TA, und er hatte so große Hoffnungen, dass es wieder wird. Als er dann am Tag danach erfuhr, was passiert war, setzte er sich gleich ins Auto und kam vorbei. Alle drei waren wir traurig. Er wollte mir sofort wieder eine neue Katze organisieren. „NEIN“ sagte ich entschieden, wenn dann suche ich sie mir schon selber aus. Er hat es gut gemeint, denn er hatte mit seinen zwei weiteren Katzen nun mehr Glück, als ich mit meinen allen zusammen, so sieht er es jedenfalls, obwohl es auch genug Probleme gibt. Wenn man jung ist, sieht man das mit anderen Augen.

begraben

gestern abends haben wir Bärli neben seiner Schwester Shiva begraben.

Für uns war es ein rechter Schock. Am Tag zuvor sagte die Ärztin noch, es geht ihm besser und dann ruft sie am nächsten Tag an und teilt mir mit, in der Nacht habe sich die Lage verschlechtert und sie würde in erlösen wollen. Innerhalb 10 Minuten waren wir zur Stelle. Kater hing die Zunge raus, er lag in der Sauerstoffbox, denke jedoch, er hat uns erkannt. Vielleicht dachte er, „jetzt holen sie mich heim.“ Er hat gekämpft bis zur letzten Sekunde.

Die Ärztin verabreichte ein Betäubungsmittel, wir hatten nicht den Eindruck, es wirkt, dann eine 15 mal höhere Dosis, damit er einschläft – nichts, er ging nicht weg, es war kaum zu ertragen, sogar die Ärztin war ausser sich. Sie rannte weg und holte eine Spritze, die sie ihm direkt ins Herz gab. 10 Minuten atmete Kater immer noch. Seine Schwester schlief schnurrend ein, und er schien so ein extrem starkes Herz zu haben. Was wäre die Alternative gewesen, Erstickungstod. Es ist hart das ansehen zu müssen, für mich war es das Schlimmste was ich mit meinen Katzen erleben musste.

Die Ära meiner drei Schwarzen ist vorbei. Es waren viele schöne Momente, aber auch sehr viel Tragik, viele wirklich schwere Zeiten. Bärli, der die ersten beiden Jahre bei meinem Sohn eine Wohnungskatze war, liebte es bei uns Freigänger zu sein, wie keine meiner anderen Katzen, Kater liebte den Garten, viele Leute die bei uns vorbei gingen und ihn sahen, sagten: „so ein schöner Kerl!“ Er hatte seinen Namen nicht von ungefähr, er hatte sehr große Tatzen, eben Bärentatzen und eine Schnauze wie ein Bär, er war ein Eigenbrödler, er machte das, was er wollte, nicht was du wolltest, er war beim Verabreichen von Medizin der bravste von allen, er führte sich nie beim Tierarzt auf, und wenn ich bei uns spazieren ging, und er mich sah, ging er mit.

Ich liebte meine drei kohlrabenschwarzen Katzen, ich finde schwarze Katzen wunderschön. Noch immer kann ich es nicht glauben, dass die Zeit vorüber ist. Ich denke noch täglich auch an Shiva und Kira, jetzt ist auch Bärli nicht mehr da. Das Leben ist endlich für Mensch und Tier gleichermaßen, ich bin der Überzeugung, dass niemand nur einmal lebt, darum wünsche ich seiner Seele auf ihren Wegen alles Gute, denn der Körper vergeht, aber die Seelenenergie bleibt, genauso wie die Erinnerung an ihn, so lange ich lebe, bleiben wird.

Was genau die Todesursache war, wissen wir immer noch nicht. Egal, es macht ihn nicht wieder lebendig und besser wäre es ihm mit Diagnose auch nicht gegangen.

Kater

kam nicht nach Hause untertags. Ich sehe ihn sonst immer mal im Garten laufen, er mag ja seltenst ins Haus. Will am liebsten nur Futter fassen, wenn dabei die Tür zum Garten offen bleibt. Sommer ist das OK, im Winter ein Kampf.

Um 5 nachmittags rief ich meinen Mann an, ob der Kater morgens zu Hause war. Früh gibt ihm mein Mann Futter, er steht vor mir auf. Antwort „ja, war da, hat gefressen.“ 

Ich rief und rief, Bärli ist nicht der schnellste, aber so nach einer halben Stunde kommt er sonst immer nach sehen. Dienstag nicht. Alle seine Plätze abgesucht. Keine Katze. 

Als mein Mann dann heim kommt, erzählt er, Kater sitzt bei Oma auf der Terrasse. War dann OK, er ist da. Gegen halb 9 abends ging ich doch nachsehen, weil ich keine Ruhe hatte. Da lag Bärli nicht mehr auf dem Stuhl, sondern hinterm Blumenkasten. Macht er eigentlich nicht. Ich nähere mich, er bleibt ruhig, ich streichle ihn und entdecke, die Augen tränen und die Nase läuft leicht. Komisch war, er lässt sich länger streicheln, mag er sonst nicht. Hole meinen Mann und auch er streichelt ihn einige Male, da steht Kater auf und verkriecht sich unter einem Busch. 

Wenn sich Katzen verkriechen und sich untypisch verhalten ist was nicht richtig. Mein Mann holt ihn aus dem Busch und trägt ihn auf dem Arm, geht sonst keine Minute, Kater bleibt ruhig liegen, wir bemerken, er atmet schwer und entschließen uns um 21 Uhr in die Tierklinik zu fahren. Gegen halb 22.30 Uhr kommen wir endlich an die Reihe. Kein Fieber, Herzschläge leicht erhöht, ja atmet schwer, Lunge wird geröntgt. Uns wird Wasser in der Lunge gezeigt und die Ärztin will punktieren. Wir gehen heim. Kater bleibt in der Klink. Seither haben wir ihn nicht mehr gesehen.

Am nächsten Tag wird uns gesagt, Punktion hat 2 Mal nicht funktioniert. Beim zweiten Mal konnten sie nur ganz wenig abziehen. Ein Teil davon wurde eingeschickt, Untersuchung auf FIP. Eine tödlich verlaufende Krankheit. Für die Untersuchung zwecks Tumor oder bakterielle Geschichte blieb nicht genug Material zum versenden übrig. Kater liegt nun in einer Sauerstoffbox und Flüssigkeit hat sich noch etwas vermehrt.

Heute wieder telefoniert, Kater wird kurzatmig bleiben. Untersuchungsergebnis noch nicht erhalten, weiter abwarten. Gestern wurde uns gesagt, ein FIP Kater müsse bis zum Tod in der Wohnung bleiben, das wäre grausam für Bärli. Heute hat sich die junge Tierärztin mit anderen ausgetauscht und es hieß, er könne durchaus aus gehen. So hätte er noch ein selbstbestimmtes Leben, Bärli liebt den Garten, liegt viel in Sträuchern und schläft, das ist für ihn das allerschönste. So wäre sein Lebensabend noch lebenswert. Er ist jetzt 14 Jahre alt. Vielleicht dürfen wir ihn morgen heim holen. Die Ärztin meinte, er ist ja ein ruhiger, braver Kater. Ja stimmt, wenn er Angst hat, oder schwer krank ist, bleibt er liegen und macht keinen Mucks, aber gehts ihm etwas besser, will er raus, da kann er einem durchaus die Hölle heiß machen. Wir haben uns damit abgefunden, jeder ist eben nicht gleich, keine Mensch und auch keine Katze. Ist man im Garten kommt er angelaufen, aber mit rein gehen tut er nur selten, u. wenn, muss die Türe offen bleiben, oder es hat unter -15 C draussen, dann nächtigen wir auch mal im Haus. Ja, die Tage sind wohl gezählt und darum ist es noch wichtiger, dass es für ihn erträglich ist, egal wie das Ergebnis ausfällt, das Alter ist da. Mir geht er sehr ab, Kater ist immer im Gedächtnis.